TaNa 2010

Wer taucht noch so spät im dunklen Teich?
Die TGWaspo, auf der Suche nach...Laich?
Das Wasser ist nass und auch ganz schön kühl
ihr ist das egal, es zählt das Gefühl.

Ein Gleiten und Schweben,
vollkommen schwerelos,
hier spürt man das Leben,
unter Wasser, famos.

Ob ganz früh am Morgen,
oder noch spät in der Nacht,
so hat jeder Tauchgang,
uns Spaß wohl gemacht.

Es ist Freitag, der 2. Juli 2010, als sich die ersten Wiederholungstäter wie zum Beispiel Michael, Frank und Rainer auf den Weg nach Leipzig machten, Ziel war auch in diesem Jahr der Steinbruch Ammelshain – Haselberg.
Nach und nach trudelten immer mehr Teilnehmer dort ein, denn alle wussten, was sie hier erwarten würde, ein lustiges, spannendes und tauchintensives Wochenende.

Und für einige der Gruppe, mich eingeschlossen, wartete noch mehr, nämlich die theoretische Prüfung für Silber, aber dazu später mehr.
Bis auch die letzten Nachzügler gegen 21.30 Uhr endlich auf dem Parkplatz einfuhren, hatte der Rest bereits den einen oder anderen Tauchgang hinter sich gebracht, sowie die ersten von Frank und Rainer zubereiteten Leckerbissen genossen. Doch auch die späten Ankömmlinge mussten keinen Hunger leiden und wurden freundlich mit warmem Essen willkommen geheißen.

Nachdem nun also die Gruppe komplettiert und die letzten Betten und Zelte bezogen wurden, war einem kleinen Grüppchen noch nach einem kühlen Bad im See, einfach Planschen. Michael G. sorgte mit seinem blauen Blinker nicht nur für amüsiertes Gelächter, sondern verhinderte damit erfolgreich ein verfrühtes und ominöses Verschwinden der Nachtschwimmer. An dieser Stelle sei ihm ausdrücklich dafür gedankt.

Der erste Tauchgang am nächsten Tag war bereits auf 7 Uhr angesetzt, einige Wenige entschieden sich jedoch lieber für 7.30 Uhr. Und ob man es glaubt oder nicht, pünktlich zu beiden Zeiten versammelten sich die mutigen Frühaufsteher zum ordnungsgemäßen Briefing. Die Gruppen wurden aufgeteilt, Tauchtiefe und Tauchzeit festgelegt und schon konnte es losgehen. Jeder schwang sich in seine Tauchklamotten und im Licht der Morgensonne stapfte ein lustig anmutendes Trüppchen den kleinen Pfad hinüber zum See, dem schon wenig später das zweite Grüppchen folgte.
Zumindest einige wenige Teilnehmer waren ein ganz klein wenig nervös, denn in Kürze sollten sie sich nach dem Henkersmahl zusammen mit Richter Michael F. im Seminarraum für ihre Prüfung zusammenfinden, doch selbst das tat dem Tauchgang nicht im Geringsten einen Abbruch und nachdem alle nach einem erfolgreichen Morgentauchgang zufrieden und wohlbehalten aus den Tiefen des Sees wieder aufgetaucht sind, ging es gemeinsam zurück. Schnell wurden die Klamotten gewechselt und sich zu einem genüsslichen, mit viel Liebe zubereiteten Frühstück niedergelassen. Frische Luft, die wärmenden Strahlen der Sonne, eine gute Portion Sport und ein gutes Essen, welch wunderbare Kombination, ja, die Erwartungen der Teilnehmer sollten nicht enttäuscht werden.

Nach dem Frühstück hieß es dann für Einige, in die Sonne legen und abspannen, über die diesjährige Fußball-WM diskutieren, debattieren und philosophieren, für Andere wiederum sollte es nun ins Wasser gehen und für eine Hand voll Leute, mich eingeschlossen, stand der schwere Gang zum Schafott an. Mit klopfenden Herzen und gesenkten Häuptern mussten nun also wir Ärmsten der Armen die Festung erklimmen und den bösen Drachen....so böse war er aber gar nicht...besiegen. Und einem solchen Ansturm ist auch der stärkste Drache nicht gewachsen und musste sich am Ende geschlagen geben. Wir vergessen einfach mal das Feuer, was er vor seinem Untergang noch versprüht hat.

Zurück in Freiheit wurde diese gänzlich genossen, die Temperatur war inzwischen deutlich gestiegen und die Lust auf Wasser stieg ebenfalls. Noch ehe man es sich versah, steckten wir wieder in unseren Tauchsachen, ein letzter Buddycheck und schon konnte es losgehen. Was war es doch für ein wohliges Gefühl, endlich ins kühle Nass sinken zu können.
Ein letztes OK und schon bleiben nicht mehr als Blubberblasen, die von dem freiwilligen Untergang diverser Taucher zeugten. Durch das schöne Wetter hielten sich auch die natürlichen Bewohner des Sees nicht zurück, Rotfedern, Barsche, sogar ein paar kleinere Hechte zeigten sich freiwillig zur Freude der Tauchenden.

Die Mutigen unter uns wagten sich in die dunklen Tiefen, um die Wartburgs in ihrem kühlen Grab zu besuchen, einige Andere vertrieben sich die Zeit unter Wasser mit einem Lusttauchgang, Fische und Pflanzen betrachten, interessante Punkte antauchen, einfach die Schwerelosigkeit genießen. Wiederum Andere beschäftigten sich ein wenig mit prüfungsrelevanten Themen, Wechselatmung, Retten, Abschleppen, Bojen aufblasen u.ä..

Erst der Hunger und bei dem Einen oder Anderen auch die Kälte, trieb uns wieder an die Oberfläche und zurück zum Camp, wo erneut ein unglaublich leckeres Essen auf die Meute wartete und binnen von nur Minuten verschlungen wurde, Pech für einige Persönchen, die auf ihrer Decke im Gras eingeschlafen waren, noch erschöpft vom Frühstück oder der einen oder anderen schweren Prüfungsfrage. Doch auch hier war wieder für ihr Überleben gesorgt, denn weder Rainer noch Frank scheinen Leute gerne hungern zulassen, vielen Dank auch dafür.

Nach dem üppigen Mahl war es für einige Teilnehmer Zeit für eine Siesta, Andere konnten, in Vorfreude auf das bevorstehende WM- Spiel kaum ruhig sitzen, langsam versammelten sich immer mehr Menschen vor dem gut vorbereiteten Public Viewing, Fahnen wurden ausgepackt, Ketten um Hälse gelegt. Es fehlten eigentlich nur noch ein paar Vuvuzelas und hier sei an dieser Stelle ausdrücklich dafür gedankt, dass uns das niemand angetan hat und wir alle keinen Hörsturz erleiden mussten.

Noch in den letzten Minuten der Spielvorbereitung entschieden sich ein paar Leute, dem Spiel zu entfliehen und stattdessen lieber ein ausgiebiges Bad im See zu nehmen, denn eines war sicher, auch dort würde man kein Tor verpassen und genau so war es auch, das Jubeln hallte geradezu über den See hinweg. Während nun also einige Wenige die Bojen unsicher machten, Andere die Siesta etwas ausdehnten und die Fans unter uns dem Spiel frönten, näherte sich der Tag langsam dem Abend und während unsere Spitzenköche Rainer und Frank ihre Zeit bereits in der Küche verbrachten und erfolgreich den spanischen Abend mit kulinarischen Köstlichkeiten abzudecken suchten, entschied sich erneut eine Truppe, in den See zu steigen. Ein letzter Tauchgang, bevor man sich den Bauch mit Fisch, Oliven und Kartoffeln vollschlug. Doch was mussten wir uns, am Wasser angekommen, sagen lassen? Schlechte Sicht? Trübes Wasser? Und tatsächlich, dieser Tauchgang wurde unerwarteter Weise zu einem Tauchgang unter erschwerten Bedingungen, gut, wenn man da die Orientierung nicht verliert. Denn schnell wurde hier ein einfaches Flatterband zur Wickelfalle, umso besser ist, wenn man dann freundliche und hilfsbereite Tauchpartner dabei hat, die einen erfolgreich wieder befreien. Ein eindeutiger Beweis für die Zuverlässigkeit dieser Tauchgruppe. Was kann es denn da noch Schöneres geben?

Der Abend gipfelte dann mit einem wunderbaren Abendessen, es war reichlich für alle da, sogar genug, um einiges noch am nächsten Tag zu verzehren.
Doch noch war auch dieser Abend nicht zu Ende. Einige baten Michael G., doch den Feuerteufel zu spielen und schon kurz danach loderte ein helles Feuer auf der vorgesehenen Feuerstelle und immer mehr Teilnehmer fühlten sich magisch angezogen, es wurde sich über dies und jenes unterhalten, ein angenehmer Ausklang eines weiteren wundervollen Tages. Doch waren wir wirklich alle komplett ums Feuer versammelt? Nein, denn eine kleine Gruppe unbeugsamer Taucher, ich glaube, sie bestand aus Kristian und Daniel, hörten nicht auf, dem See Widerstand zu leisten und machten einen recht spontanen Nachttauchgang, von dem sie 20 Minuten später wohlbehalten zurückkehrten.

Nach und nach verkleinerte sich der Trupp, denn immer mehr gaben der Müdigkeit nach, die alle nach diesem tollen, dennoch auch anstrengenden Tag überfiel, die einen krabbelten in ihre Zelte, die anderen in ihr Bett.

Bereits am frühen Morgen versammelten sich bereits erneut einige Teilnehmer zum Early Morning Dive, ganz nach der Devise: Der frühe Taucher fängt den Hecht.

Doch leider war dem nicht ganz so, denn auch an diesem Tage war uns eine gute Sicht wieder verwehrt. Laut Denjenigen, die in den letzten Jahren schon bei diesem Event zugegen waren, sei die Sicht so schlecht, wie nie zuvor, ärgerlich aber nicht zu ändern, Spaß hat es dennoch gemacht und die nötige Abkühlung verschafft.

Den Hunger hat wieder einmal ein ausreichendes Frühstück gestillt. So gestärkt wurde es nun, zum Leidwesen aller Teilnehmer, Zeit, die Zelte abzubrechen, lediglich der Eine oder Andere ließ für einen allerletzten Abschlusstauchgang seine Tauchsachen nochmal ausgepackt. Auf das Frühstück folgte dann bald ein ausgiebiges Restevertilgen, denn solche Leckereien sollten nicht unnötig im Müll landen.

Gesättigt und zufrieden ging nun unaufhaltsam die Verabschiedung los, denn die ersten Teilnehmer zog es nun doch nach Hause.

Während Michael und Daniel einen letzten Tauchgang in die tiefsten Untiefen des Sees wagten, begnügten sich einige Wenige ein allerletztes Mal mit dem Versuch, noch einen Blick auf ein paar Fische zu erhaschen, ganz erfolglos war dieser Versuch dann auch nicht, glücklicherweise

Ein letzter Gang in voller Montur zurück zum Camp, ein letztes Mal den nassen Klamotten entsteigen, dann hieß es auch für uns, Sachen verstauen. In der Zwischenzeit hatten fleißige Bienchen bereits alle restlichen Zelte abgebaut und verpackt.
Der Rückfahrt stand, bis auf gelegentliche Wehmut, nun nichts mehr im Wege.
Einige Minuten und Umarmungen später verteilten sich die noch Verbliebenen auf die noch vorhandenen Autos, kurz vorher wurden noch Fahrtips und mögliche Tankstellen ausgekundschaftet und weitergegeben. Mit winkenden Armen fuhr nun schlussendlich ein Auto nach dem anderen vom Parkplatz.

Was bleibt noch zu sagen? Einen riesigen Dank an das Orgateam, es war einfach unglaublich toll und wenn ich nicht irre, ist auch nicht viel schiefgelaufen...und Deutschland war an diesem Wochenende auch noch erfolgreich., na ole! Ein rundum gelungenes Tauchevent, dem hoffentlich noch viele Weitere folgen werden. Und das Nächste ist nun mehr nur noch einige wenige Tage entfernt, zumindest für einen kleinen Teil der wilden Tauchermeute.

Kroatien, mach dich auf etwas gefasst, wir kommen!

Impressionen vom Tauchen

 
 

 Fotos: Michael Gröning