Vereinsfahrt 2009 nach Kroatien

Na moru, molim!

In diesem Jahr führte die Tauchreise der TG Waspo nach Kroatien, genauer nach Biograd na moru, einem kleinen Hafenort zwischen Zadar und Split, der im Krieg um das zerfallende Jugoslawien leider eine traurige Berühmtheit als Kriegsziel erlangte. Davon sieht man heute nur wenig, aber Minenfelder im Hinterland sind weiterhin eine gefährliche Hinterlassenschaft.

Biograd ist ein guter Ausgangspunkt für Bootstauchgänge in der Inselwelt der Kornaten. Die vielen kleinen buckeligen Inseln deuten über der Wasseroberfläche an, welche Vielfalt die Unterwasserlandschaft bietet.

Der Innenhof der Villa E, eines der Appartmenthäuser
Der Innenhof der Villa E

Einige Mitglieder waren bereits eine Woche vorher angereist und hatten eine Safari durch die Kornaten unternommen. Die meisten Taucher kamen am 22. August hinzu, oft ein wenig „geschlaucht“ von der langen Autofahrt, die zumindest dann staufrei abgelaufen war, wenn der Weg über Leipzig, Hof und Graz gewählt worden war.

Untergebracht waren alle Taucher in zwei nur wenig voneinander entfernten Appartement-Gruppen, die über die Tauchbasis „Dolphin Divers“ vermittelt worden waren.

Mit etwas Glück bekamen wir am Sonnabend noch einen langen Tisch auf der Dachterrasse des Restaurants Europa, sodass zum erstem Mal alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen saßen. Bei der TG Waspo gehört eben gemeinsames Essen und Trinken genauso dazu wie das Tauchen!

Das Seepferdchen
Das Seepferdchen

Am Sonntag trafen sich alle an der Basis, um dann mit zwei Booten, dem Basisboot unter Käpt'n Boran und einem zugemieteten Fischerboot von Käpt'n Drazen zur Insel Kosara auszufahren. Der Tauchgang mit viel Neptungras war eher zum Eintauchen geeignet. Beim zweiten Tauchgang an der Insel Gangaro erwarteten uns „Hinkelsteine“ unter Wasser und ein von Andy mit einer Boje markiertes, ortstreues Seepferdchen.

Der Abend gehörte unserer Vereins-Küchenmannschaft, die im Innenhof des Appartementhauses Vila E ein kaltes Buffet zauberte. Die Essensmenge war so reichlich, dass auch auf dem Boot die nächsten Tage davon gegessen werden konnte.

Boran's Wrack
Boran's Wrack
Eine Rote Gorgonie an der Steilwand
Eine Rote Gorgonie an der Steilwand
Die Hafenmauer an unserem Grillplatz
Die Hafenmauer an unserem Grillplatz

Am Montag ging es dann zu Borans Wrack, einem gesprengten Munitionsdampfer in dessen Trümmern sich Bewuchs und Fische bis hin zum Katzenhai angesiedelt hatten. Am Nachmittag folgte der Tauchplatz Babuljas, wo wir wegen einer leichten Oberflächenströmung an der Ankerleine ab- und auftauchten.

Am Abend stärkten wir uns in der Gaststätte Dupin (Delfin!) in Hafennähe an zwei Tischen unter Strohdächern, wo es die typisch kroatischen Fleich- und Fischgerichte gab. 

Der Dienstag brachte uns eine Fahrt nach Kamenar, einer beindruckenden Steilwand, an der wir uns im Bergsteigen ohne Seile und Haken beweisen konnten. Von roten Gorgonien in der Tiefe ging es hinauf bis zum Sicherheitsstopp an der Ankerleine. Einige Taucher verirrten sich an die Ankerleine eines anderen Tauchbootes, und mussten auch noch die Distanz zu unserem Boot herüber schwimmen.

Nachmittags tauchten wir an Dinarici, einem Rundblock mit Rinnen und Überhängen.

Für diesen Abend hatten Andy und sein Team einen Grillabend am winzigen Hafen der Biograd vorgelagerten Insel Sveta Katarina organisiert. Von Sonnenuntergang bis zum klaren Sternenhimmel, die ganze Zeit herrschte eine gelöste Stimmung. Am Anfang dieses Ausfluges gab es eine Schwierigkeit zu überwinden. Eugens Hündin Sara musste mit aufs Schiff. Selbst mit Behelfsstegen und aufgelegten Brettern dauerte das einige Zeit. Der Weg von Bord mit den Hilfsmitteln war dann aber ein Klacks, und eine glückliche Hündin hatte wieder festen Boden unter den Füßen! 

Am Mittwoch führte uns Andy zu einem von ihm markierten Tauchplatz vor Zizanje, einer Insel vor Pakostane, die aber unter Wasser trotz guter Sicht wegen der Lage an einer Rinne in die offene Adria vielen wohl nur als schweinekalt in Erinnerung bleiben wird.

Den Abend genossen wir an einer langen Tafel im Restaurant Medvedec, das Rücken an Rücken zur Vila E lag. An den Beinen deutete sich dort schon an, was für die nächsten Nächte bestimmend werden sollte: die Jagd nach Mücken! Und damit war nicht das Geld gemeint, das man liebevoll als „Knoten“ bezeichnet, aus den Geldautomaten holte.

Am Donnerstag brachen wir früh zum wirklichen Höhepunkt unserer Tauchfahrt auf, an die Steilwände im Naturpark Telascica bei den Inseln Veli und Mali Garmenjak an der offenen Adria. Wegen der Dünung und Anweisungen der Nationalparkaufsicht konnten die Taucher aus beiden Booten zunächst nicht gemeinsam ins Wasser gehen. Die Steilwand ins Bodenlose mit ihren Einbuchtungen und Höhlen bot aber beiden Gruppen eine solche Fülle von Eindrücken, dass man mit einem Bestimmungsbuch und einem Rahmen von nur einem Quadratmeter so viele Haken für „gesehen“ hätte machen können wie sonst kaum im Mittelmeer.

Der Nachmittag bot eine ähnliche Wand. Die Gruppe vom kleinen Boot hatte sich aber leider etwas vertaucht und geriet in die Strömung, sodass sie nach Umrunden des Huks auftauchte und zum Boot zurück schnorchelten musste.

Am Abend ging eine Tauchwoche voller imposanter Eindrücke mit dem Ausbooten zu Ende. Alle waren wohlbehalten zurück

Da die Fahrt in den Nationalpark länger gedauert hatte, war das erste Mal in dieser Woche das Abendessen nicht für alle organisiert, sondern die meisten gingen in kleinen Gruppen zum Essen in eines der vielen Restaurants Biograds.

Der Große Wasserfall des Flusses Krka
Der Große Wasserfall des Flusses Krka

Den Freitag nutzten fast alle zu einem Besuch im Nationalpark Krka mit seinen imposanten Wasserfällen und zu einem Bad am Fuß des unteren Falls „Skradinski Buk“. Auch das ein unvergessliches Erlebnis, das in vielen Fotos festgehalten wurde.

Die Tauchwoche fand ihren Abschluss mit einem gemeinsamen Essen eines „Lamms vom Spieß“, das Andys Mannschaft zubereitet hatte. Zusätzlich gab es Eis „bis zum Abwinken“ aufgrund runder Tauchgänge von Babu und Frank.

Am Sonnabend Morgen reisten die ersten Gruppen früh ab, weil für die Grenzübergänge und Tunnel in Österreich Staus zu erwarten waren. Andere versuchten diesen durch eine Fahrt am Sonntag zu entgehen.

Fazit

Kroatien ist für einen Tauchurlaub unbedingt zu empfehlen, auch wenn wir bei den "Dolphin Divers" Delfine nur über der Wasseroberfläche gesehen haben. Eine Eisweste sollte man aber auf jeden Fall dabei haben!