Helgoland – eine Reise auf den Spuren der Jugend

Eine Gruppe von 22 Erwachsenen Mitgliedern der TG Waspo fuhr im Juli für ein verlängertes Wochenende nach Helgoland. Geplantes und erlebtes Highlight war das Schnorcheln mit den dort lebenden Seehunden und Kegelrobben und der Besuch der Vogelfelsen.

Doch der Reihe nach: im letzten Jahr hatte bereits die Jugendgruppe einen Ausflug nach Helgoland gemacht. Die Berichte von diesem Ausflug weckten auch bei den älteren Mitgliedern Lust auf einen solchen Ausflug. Ausbildungsleiterin Imke Eckhardt und Jugendgruppenwart Norbert Köppe, die bereits den Ausflug der Jugendgruppe koordiniert und begleitet hatten, erklärten sich bereit eine vergleichbare Fahrt für die Erwachsenen zu organisieren.

Um die Sache entspannt angehen zu können, hatten die Organisatoren eine Übernachtung in Bremerhaven geplant, so dass - wer wollte bzw. konnte - bereits am Donnerstag anreisen und sich am nächsten Morgen frühes Aufstehen sparen konnte. Freitag ging es dann von der Seebäderkaje in Bremerhaven mit der Fair Lady nach Helgoland, wo nach einer ruhigen Überfahrt der erste Abenteuerpunkt auf die Gruppe wartete: das Ausbooten. In Helgoland eine immer noch praktizierte Tradition, die mit Spannung (wegen der teilweise doch recht großen und schweren Gepäckstücke) erwartet wurde. Aber die Männer und Frauen in den Börtebooten konnten auch mit unserem sperrigen Gepäck etwas anfangen und so kamen wir ohne Zwischenfälle an Land. Es folgte ein kleiner Fußmarsch zur Jugendherberge, wo schnell die Zimmer verteilt wurden und es hieß: Freizeit bis 15 Uhr, dann Treffen im Eingangsbereich der Jugendherberge. Zwei Mitglieder der kleinen Reisegruppe hatten kurz vor Fahrtantritt Geburtstag und so hatte die Gruppe beim Inselbäcker Kuchen bestellt um die beiden ein bischen zu feiern.

Nach der gelungenen Überraschung ging es dann zum Fanggarten der Vogelwarte, wo wir in sehr kurzweiliger Art und Weise vieles über Vogelberingung und die Vogelarten, die auf Helgoland leben bzw. die Insel als Rastplatz nutzen, erfuhren. Mit diesem Wissen gerüstet, waren uns Lumen, Basstölpel, Dreizehenmöven aber auch Amseln und Rotkelchen gleich viel vertrauter. Um unserem Abenteuer Barometer auf die Sprünge zu helfen, kündigte sich für Samstag Starkwind und schlechteres Wetter an. Überlegungen wurden angestellt, ob wir auf die Düne kämen und Kegelrobben und Seehunde sehen könnten und somit unser großes Gepäck nicht vergeblich auf die Insel gebracht hätten.
Die Entwarnung kam beim Frühstück, die Führung durch eine Mitarbeiterin des Vereins Jordsand auf der Düne würde stattfinden und auch am Nachmittag, an dem wir mit den Robben bzw. Seehunden schnorcheln wollten, sollte das Wetter mitspielen. Um 9 Uhr verließen wir die Jugendherberge Richtung Anleger. Natürlich überraschte Petrus uns mit einem Schauer, aber dafür war die Überfahrt trotz Wind sehr ruhig. Auf der Düne erhielten wir dann von unser Führerin nochmals Instruktionen zum Umgang mit Kegelrobben und Seehunden. Wichtigste Regel: mindestens 30 Meter Abstand halten, um die Tiere nicht zu stören. Und dann ging's los: wir erfuhren viel über Kegelrobben (wo der Name herkommt, Größe und Gewicht, wie sich die Tiere an Land fortbewegen, dass sich trotz ihres behäbigen Aussehens nicht nur in ihrem Element Wasser sondern auch an Land sehr schnell sind und wie und wo die Tiere schlafen). Bei unserem Strandspaziergang gab es dann aber auch noch Informationen zum Helgoländer Felswatt und den vor Helgoland vorkommenden Braunalgenarten. Die Zuckeralge probierten dann auch einige Teilnehmer. Für die Sammler und Jäger gab es Erläuterungen zum roten Feuerstein, der nur hier vorkommt Es gab Tipps, die helfen sollten einen solchen Stein von Außen zu erkennen, aber auch Hinweise zum Schutz der Augen, falls jemand versuchen sollte, den Stein zu öffnen. Weiter ging es durch das Düneninnere, an den Süßwasserseen vorbei, wo sich gerade Rotwangenschildkröten auf Seerosenblättern die Sonne auf den Panzer scheinen ließen zum Südstrand, wo eine Gruppe Seehunde ebenfalls die Sonne genoss. Wir erfuhren, wieso Seehunde eher als „niedlich“ gelten, was sie auszeichnet, Unterscheidungsmerkmale zu den Kegelrobben, die Maßnahmen der Natur gegen eine Vermischung der Rassen und dass sie exzellente Taucher sind. Unsere Führung war mit diesen Informationen beendet und Schnorcheln stand auf dem Programm. Da die Wellen am Nordstrand weniger waren, marschierte ein Teil der Gruppe dorthin um zu schnorcheln, während der Rest sein Glück am Südstrand versuchte.

Neoprenanzüge und Bleigurte wurde angelegt, Masken, Schnorchel, Flossen und soweit vorhanden Kameras geschnappt und auf ging es ins 17 Grad kühle Wasser. Bereits nach kurzer Zeit ertönte es von allen Seiten „oh, da schau mal“ oder „hinter dir“ oder „toll“ oder einfach nur „super“. Die Seehunde waren neugierig auf die komischen Gesellen, die da ihr Revier bevölkerten und kamen nachsehen, wer bzw. was wir wohl dort wollten. Und so kamen eine Reihe von schönen Bildern und noch viel schöneren Erlebnissen zusammen und das Schnorcheln war tatsächlich unser Highlight. Aber während den Seehunden die Kälte nichts ausmachte, verschwanden doch nach und nach alle SchnorchlerInnen aus dem Wasser. Die Ausrüstung wurde nach einem kurzen Abtrocknen schnell – ein größerer Schauer nahte – verstaut. Das Wetter wurde immer ungemütlicher und begaben wir uns in Richtung Jugendherberge, wo wir versuchten die Ausrüstung so gut es ging abtrocknen zu lassen um am nächsten Tag nicht noch mehr Gewicht gen Heimat transportieren zu müssen. Wobei – es näherte sich ein Sturmtief und es wurde schon geunkt, ob man am nächsten Tag überhaupt zurückfahren könne.

Zuvor aber war Knieper-Essen angesagt. Knieper, die Scheren eines Taschenkrebses, ist auf Helgoland eine Spezialität und diese mussten wir natürlich probieren. Als dann die Scheren auf großen Platten aufgetragen wurden, sah man doch das eine oder andere Fragezeichen in den Gesichtern, wie sollte man nur an den Inhalt kommen ohne hinterher eine Zahnarztbehandlung zu benötigen. Die Bedienung, die derartige Bedenken und Sorgen bereits kannte, gab dann eine Einweisung und dann konnte ans Werk gegangen werden. Das Fleisch war lecker und die Soßen unterstrichen den Geschmack sehr gut. Gestärkt, trotzten wir auf dem Heimweg in die Jugendherberge Sturm und Regen, Abenteuer…

Am Sonntag war der Spuk dann aber schnell vorbei, das Wetter klarte auf, der Wind ließ nach und wir nutzten nachdem wir die Zimmer geräumt hatten, die Zeit um noch einmal bei den Basstölpeln vorbei zu schauen bzw. eine letzte Fischmahlzeit zu uns zu nehmen aber natürlich auch um dem einen oder anderen Geschäft einen Besuch abzustatten.

Die Rückfahrt fand dann bei strahlendem Sonnenschein und wenig Wind und Welle statt. Dieser Teil des Abenteuers war gut gelungen. Aber es war noch nicht zu Ende: der Sturm hatte für Beeinträchtigungen bei der Deutschen Bahn gesorgt und so kam es, dass die Gruppe mit erheblicher Verspätung in Hannover ankam und ein Teil der Gruppe nicht mehr mit der S-Bahn nach Haus fahren konnte.

 

Siehe auch Jugendseite: tgwaspo.de/cms/jugend/berichte/helgoland-schnorcheln.html

Fotoimpressionen 2015