Der Weg lange Weg in den (Un-)Ruhestand

Donnerstag, 22. Juni 2017, die letzten Flaschen wurden von ihren Besitzern abgeholt, „Die Tauchflasche“ hat geschlossen. Zwei harte Tage liegen hinter Dierk. Rund 120 Flaschen hat er noch einmal angenommen für diesen letzten TÜV-Termin, circa 8 Tonnen Material bewegt, doch nun ist Schluß. Seine Kunden  kamen aus ganz Deutschland. Aus München, von westlich der holländischen Grenze, aus Dresden und dem Norden von Hamburg. Die Taucher nahmen lange Anfahrtswege auf sich, um ihre Flaschen nach Hannover zu bringen. Mit einem Lachen meint Dierk, dass er vermutlich der einzige Taucher sei, der in jeden See springen dürfe und nicht rausgeschmissen  würde. Ihn kennen in Deutschland halt sehr viele Taucher. Und so widmet er sich dem kommenden Ruhestand auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Mehr Zeit für Anke, die ihn immer tatkräftig unterstützt hat, aber auch um die jährlichen Unterweisungen für Füllanlagen bei den örtlichen Vereinen mit eigener Füllanlage durchzuführen. So ganz lässt ihn die Sache nicht los. Daher wird er auch seine Anlage, die viele Eigenentwicklungen enthält, mit abbauen und dann in Braunschweig beim neuen Eigentümer aufbauen.

Dierk, der immer freiberuflich unterwegs war, hat sein Unternehmen 2002 gegründet. In den Spitzenjahren wurde einmal pro Woche ein Flaschen-TÜV durchgeführt, Spaß hat es immer gemacht. "Taucher sind viel lockerer und sehr ehrlich", betont Dierk. In den fünfzehn Jahren gab es nur zwei Zahlungsausfälle. Hätte er dies vorher gewusst, so hätte er schon viel früher umgesattelt und Flaschen-TÜV angeboten.

Wie gut die Internetpräsenz und sein Ruf sind, haben ihm drei Anrufe gezeigt. Eine Übersetzerin von CSI New York rief ihn an um sich nach "der" Taucherkrankheit zu erkundigen, aus Sansibar und Hurghada riefen ihn Menschen an, die wissen wollten wie man eine "richtige" TÜV-Werkstatt einrichtet, was es so alles braucht. Viele von den Geräten, die Dierk bei seiner Arbeit nutzt, können so nicht gekauft werden, es sind Eigenentwicklungen.

Eines allerdings wird er nicht vermissen: Kunden, die sonntags ihre Flaschen bei ihm abgegeben und abgeholt haben. Einen Service, den er heute nicht mehr anbieten würde.

Unserem Verein wird Dierk weiterhin gemeinsam mit Frank als Gerätewart zur Verfügung stehen und natürlich wird man auch weiter am See beim Tauchen treffen. Auf den Service, unsere Flaschen gleich nach dem Tauchgang in sein Auto zwecks tüven verfrachten zu können, werden wir allerdings zukünftig verzichten müssen.

Für den (Un-)Ruhestand als Hausmann, Gärtner, Servicekraft, Instructor und Privatmann wünschen wir Dir alles Gute und viel Erfolg.

Flaschen-TÜV