Sechs Atlantik-Taucher auf den Kanaren - fast schon eine kleine Vereinsfahrt-


Schon lange war El Hiero in den Überlegungen für einen Tauchurlaub vorhanden. In der letzten Zeit hatte dann der Vulkanausbruch 2012 mit anschließendem Tauchverbot in der näheren Umgebung für weiteren Aufschub gesorgt. Aber auch die interessanten Berichte mit der Neuentstehung des Lebens nach dem Ereignis machten wieder Lust auf dieses Tauchziel. So entschlossen wir - Sabine, Michael, Tanja, Ralf, Bärbel und ich- uns vor einem Jahr, das doch endlich mal in die Tat umzusetzen. Da Sabine und Bärbel nur mit Nitrox tauchen, fiel für die beiden die Basis von Fan-Diving bei Günter und Jutta leider aus, denn da wollten wir unbedingt hin. Stattdessen haben die beiden die Insel dann zu Fuß und per Auto erkundet, während wir anderen vier in der Zwischenzeit abtauchten. Um aber für alle den Wasserkontakt zu ermöglichen, planten wir eine zweite Woche in Teneriffas Süden mit Unterwasser-Erlebnissen für alle bei Guidos Bubble Club, den Micha und Sabine bereits kannten.
Die Buchungen der Flüge und Unterbringung geschahen also schon sehr weit im Voraus, was sich nun, kurz vor dem Start, als Problem erweisen sollte: zuerst verschob sich der Hinflug und machte die Buchung der Weiterreise von Teneriffa nach El Hierro zu Nichte, also eine Nacht zusätzlich in La Laguna gebucht. Die Fährverbindung war lange Zeit nicht buchbar, also Flug mit Binter Canarias ausgesucht. Dann wieder Zeit-Verschiebung und Inselverbindung umgebucht und ein Tag früher zu Günter. Fähre dann definitiv nicht möglich, weil in unserer Zeit zur Reparatur und samstags sowie nicht auf dem Fahrplan. Damit hatten wir nun 2 unterschiedliche Fluglinien für Hin- und Rückreise und hofften, dass nicht nun weitere Umbuchungen nötig wurden. Nur die Nachricht von einem leichten Erdbeben im Juni ließ uns noch mal ein wenig verunsichern; dann wollten wir eben einen eventuellen Ausbruch des Vulkans über wie unter Wasser dokumentieren; auch ein besonderes Erlebnis. Aber alles blieb dann stabil und wir starteten dann planmäßig und erreichten Teneriffa-Süd. Danach mit dem vorab geplanten Privat-Transfer fuhren wir in den Norden zu unserem Hotel in La Laguna; Ankunft gegen Abend bei leichtem Nieselregen. Kurz einchecken und auf zur Suche nach nettem Lokal in der Nähe. Nächsten Morgen dann mit der froschgrünen Turboprop zu unserer ersten Etappe nach La Restinga. Jutta erwartete uns schon und wir fuhren mit einem zusätzlichen Mietwagen für die Wander-Frauen zur Basis und zu unseren beiden Apartments mit Terrasse und Blick auf den Hafen und Atlantik. Die kleine Basis ist gut strukturiert, alles hat seinen Platz und Günter mit seiner speziellen Art, die man erst einmal einordnen musste (knackige, aber nicht ganz ernst gemeinte Sprüche zu allen Fragen) bot uns einen super Service und einige Lehrstunden zur Meteorologie und rund ums Fotografieren und Filmen. Erwähnenswert auch das wohl einmalige Extra: 10 Minuten nach jeden Tauchgang wurden uns die UW-Eindrücke mit Günters Video-Clips und Fotos präsentiert und im Anschluss auf unseren Speicher kopiert! Das Wetter mit konstanter Sonne bei Temperaturen in den mittleren Zwanziger Graden und das Wasser mit 22° ließ uns schnell die kühlen, grauen Novembertage von zuhause vergessen. Dazu das leckere Essen mit viel frischem Fisch und Meeresfrüchten bei sehr moderaten Preisen; da lohnt selber kochen fast nicht.
Nach einer Woche Tauchen im klaren Wasser mit abwechslungsreicher Vulkan-Landschaft, zahmen Flötenfischen und Zackis sowie den Land-Exkursionen unserer Frauen - auf eindrucksvollen Fotos verewigt-, ging es zurück nach Teneriffa zur zweiten Etappe zu Guido und Ute in Playa de San Juan.
Auch hier wurden wir freundlich empfangen, hatten deutlich mehr Platz in der Basis, der allerdings nicht sehr optimal genutzt wurde. Auch die glatten Fliesen mit etlichen glimpflich verlaufenden Ausrutschern und der recht lange Weg in voller Ausrüstung entlang der Hafen-Promenade zum rutschigen Steg, wirkten nicht sehr professionell. Dann noch das schwierige Einsteigen ins Zodiac, dass nur per Hand bei z. T. starkem Schwell von der zierlichen Ute in Position gehalten wurde, machten die Ausfahrten etwas schwierig. Entschädigt wurden wir dafür mit vielen großen Rochen (Adler-, Stech- und Schmetterlingsrochen) und Engelhaien gleich beim Abtauchen, aber in deutlich trüberen Wasser, dass auch 1 bis 2° Grad kühler war. Auch hier genossen wir abends die kulinarischen Besonderheiten, z. B. -laut Tanja und Ralf- den weltbesten Barraquito (Espresso mit Kondensmilch, aufgeschäumter Milch, Likör und Zitronenschale) bei Raul, unserem Lieblings-Lokal um die Ecke. Nach dem Ende der Tauch-Ausflüge nutzten wir den letzten Tag der Tauch-Pause für einen Ausflug in die eindrucksvolle Lava-Landschaft in der Nähe des Teide. Er ist mit seinen 3718m, der höchste Bergs Spaniens und der drittgrößte Insel-Vulkan der Welt. Auf dem Plateau in über 2000m Höhe, in der ehemaligen 17km Durchmesser messenden Caldera „Las Cañadas“, genossen wir bei herrlichem Wetter die Farbenpracht der bizarren Fels-Formationen „Roques de García“ auf einem zweistündigen Rundweg und ließen uns die heimischen 3°-Wetterverhältnisse verdrängen. Dann war auch diese Episode vorbei und es hieß, sich auf vorweihnachtliche Bräuche, Glühwein und dem bevorstehenden Weihnachts-Tauchen einzustimmen –nicht ganz leicht nach dem Erlebten.

Frank



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